Vermögensaufbau ist nicht gleich Altersvorsorge
Die 2027 in Kraft tretende
Altersvorsorgereform
wird bislang von einer einseitig geprägten Diskussion begleitet. Ausgehend von den Makeln der bisherigen Riester-Rente werden meistens
nur drei Attribute in den Fokus gerückt:
- Das neue Produkt soll weniger
kosten.
- Der Zwang der
Beitragsgarantie soll entfallen.
- Ohne Beitragsgarantie kann ein größerer Teil der Beiträge
kapitalmarktorientiert angelegt werden.
Das sind wichtige Punkte. Keine Frage. Aber es sind eben nur drei von vielen weiteren Kriterien. Außerdem beziehen sie sich fast
ausschließlich auf die Ansparphase.
Oftmals wird lapidar von dem einen
Altersvorsorgedepot gesprochen, das nun alles besser machen soll als die bisherige Riester-Rente. Das greift deutlich zu kurz und simplifiziert Kapitalanlage so stark, dass möglicherweise wieder ineffiziente Entscheidungen getroffen werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein ETF-Sparplan bietet
hohe Flexibilität, aber keine staatliche Förderung und keine geregelte Rentenphase.
- Standarddepot und Altersvorsorgedepot sind
zweckgebundene, geförderte Altersvorsorgeverträge.
- Das Standarddepot soll
einfach und kostengedeckelt sein; das Altersvorsorgedepot soll mehr Auswahl und individuelle Steuerung ermöglichen.
- Entscheidend sind
nicht nur Kosten, sondern auch
Steuern, Entnahme, Vererbung und die Absicherung eines langen Lebens.
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ETF-Sparplan vs. Altersvorsorgedepot: Die Unterschiede sind riesig
Ein Altersvorsorgedepot ist kein ETF-Sparplan mit staatlichem Etikett. Es ist ein geförderter Altersvorsorgevertrag mit eigenen Förder- und Steuerregeln sowie einer klaren Zweckbindung.
Dieser Vergleich richtet sich an Anleger, die langfristig Vermögen für den Ruhestand aufbauen, staatliche Förderung prüfen oder einen bestehenden Riester-Vertrag neu bewerten möchten.
In diesem Beitrag möchten wir deshalb einen möglichst tiefgründigen Vergleich zwischen drei gänzlich unterschiedlichen
Kapitalanlagetools bieten:
- ETF-Sparplan
- Standarddepot
- Altersvorsorgedepot
Einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben wir natürlich nicht. Dafür sind auch noch zu viele Produktdetails offen. Aber
es soll deutlich werden, dass die Entscheidung für oder gegen ein Produkt wohlüberlegt getroffen werden sollte.
Am Ende soll schließlich das Werkzeug zum Eingriff passen und nicht umgekehrt.
Zumal es doch um ein Depot für die eigene Altersvorsorge gehen soll oder nicht?
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Altersvorsorgedepot - Worauf es ankommt
Entscheidend ist nicht nur, wie günstig ein Produkt in der Ansparphase ist, sondern
wie es über die komplette Lebensdauer funktioniert: Einzahlung, Förderung, Kosten, Besteuerung, Entnahme, Vererbung, Todesfall und Absicherung des Langlebigkeitsrisikos.
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Was ist das Altersvorsorgedepot, das Standarddepot und das Garantieprodukt?
Das eine Altersvorsorgedepot wird es nicht geben. Vielmehr werden es drei Versionen sein, die sich grundlegend unterscheiden:
- Standarddepot
- Altersvorsorgedepot
- Garantieprodukt
Diese drei Varianten werden sich wiederum ab dem nächsten Jahr durch zahlreiche Produktangebote verschiedener Anbieter unterscheiden.
1. Standarddepot
Das Standarddepot oder Standardprodukt kann man sich vereinfacht vielleicht wie einen Robo-Advisor vorstellen.
Der Gesetzgeber gibt den grundsätzlichen Rahmen vor. Der Anleger erhält ein standardisiertes Produkt, das möglichst einfach zu bedienen sein soll. Man kann deshalb auch von einer
Plug-and-Play-Lösung sprechen.
Das Standarddepot ist in der Ansparphase gesetzlich stark standardisiert. In der Rentenphase hängt viel von den konkreten Produktbedingungen ab.
Charakteristisch für das Standarddepot sind insbesondere:
- Standardisierte Kapitalanlage
in der Ansparphase
- Deshalb nur
geringe Einflussmöglichkeiten auf die konkrete Fondsauswahl
- Kaum laufender
Verwaltungsaufwand für den Anleger
- Gesetzlicher
Kostendeckel von maximal ein Prozent Effektivkosten pro Jahr in der Ansparphase
- Automatisiertes
Ablaufmanagement vor Beginn der Rentenphase
Das Standarddepot richtet sich damit vor allem an Menschen, die die staatliche Förderung zwar nutzen, sich aber möglichst wenig damit beschäftigen möchten, welches Werkzeug genau sie dafür einsetzen und wie gut es letztendlich ist.
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2. Altersvorsorgedepot
Das eigentliche Altersvorsorgedepot verfolgt einen anderen Ansatz. Auch hier handelt es sich um ein staatlich gefördertes Depot.
Im Gegensatz zum Standarddepot
erhält der Anleger jedoch deutlich mehr Einfluss auf die Kapitalanlage, weshalb die Kosten in der Ansparphase auch nicht gedeckelt sind.
Die Funktionsweise erinnert
in etwa an eine
Vermögensverwaltung, bei der man sein Portfolio professionell managen lässt und bei Bedarf einen festen Ansprechpartner hat.
Je nach Anbieter dürften folgende Möglichkeiten bestehen:
- Größere
Auswahl an Fonds und ETFs
- Individuelle
Portfoliozusammenstellung
- Fondswechsel während der Ansparphase
- Rebalancing und Neuallokationen
- Individuelle
Anlagestrategien
Für Kapitalanleger, die ihre Altersvorsorge nicht automatisieren, sondern professionalisieren lassen möchten, wird das Altersvorsorgedepot in Frage kommen.
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3. Garantieprodukt
Beim Garantieprodukt kann eine
Beitragsgarantie zwischen 80% und 100% eingestellt werden, welche vorwiegend über einen
Versicherungsmantel abgebildet werden dürfte.
Das Garantieprodukt wird in diesem Beitrag deshalb nicht als dritte Depotvariante vertieft. Für die vollständige Altersvorsorgeentscheidung bleibt es aber wichtig, weil es als einzige der drei Varianten
eine Garantie ermöglichen soll.
Gerade für sicherheitsorientierte Anleger kann das Garantieprodukt deshalb weiterhin relevant sein. Gleichzeitig ist zu erwarten, dass die Garantie Renditepotenzial kostet, weil nicht das gesamte Kapital frei angelegt werden kann.
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ETF-Sparplan vs. Altersvorsorgedepot: Wie wir vergleichen
Weil sich der herkömmliche Fonds- oder ETF-Sparplan immer größerer Beliebtheit erfreut, auch für die Altersvorsorge, möchten wir diesen dem Standarddepot und dem Altersvorsorgedepot gegenüberstellen.
Und das
nicht nur während der Ansparphase, sondern auch während der ebenso wichtigen Renten- bzw. Auszahlphase.
Schlussendlich soll zumindest deutlich werden, dass bei einem seriösen Vergleich mehr Kriterien über die gesamte Lebensdauer betrachtet werden sollten.
Wenn
jedes Werkzeug dann noch
eine bestimmte Funktion innerhalb eines übergeordneten Plans bekommt, sprechen wir langsam von einer
Rentenstrategie.
Grundlegende Annahme einer solchen Strategie ist,
jeden Euro effizient einzusetzen, weil man jeden Euro eben nur einmal einsetzen kann.
Kommt die Strategie sozusagen durch, dürfte es
nach heutigem Stand die richtige Entscheidung gewesen sein. Doch Lebensumstände und Anlageziele können sich verändern, weshalb man seine Strategie laufend hinterfragen sollte.
Um die erarbeitete Rentenstrategie vor Umsetzung final zu prüfen, kann man sich zwei Abschlussfragen stellen:
- Setze ich mit genau diesem Werkzeug bzw. mit dieser Kombination von Werkzeugen meinen Euro am effizientesten ein, um mein Anlageziel in der vorgegebenen Zeit zu erreichen?
- Backtest: Gibt es eine Alternative, mit der ich meinen Euro effizienter einsetzen könnte?
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ETF-Sparplan vs. Altersvorsorgedepot: Was ist überhaupt das Ziel?
Die meisten Menschen möchten einen großen Teil ihrer Altersvorsorge sicher, manchmal sogar garantiert, wissen. Deshalb greifen sie häufig zu Werkzeugen mit klarer Zweckbindung, z.B. einer Rentenversicherung mit lebenslanger Rentenzahlung oder einer Immobilie als langfristigem Sachwert.
Ein freies Depot bietet diese automatische lebenslange Auszahlung nicht. Hier muss die Entnahme selbst geplant werden.
Wir werden die drei Sparplanvarianten ETF-Sparplan, Standarddepot und Altersvorsorgedepot deshalb
im Hinblick auf ihre Eignung für den Vermögensaufbau bewerten. Nicht danach, wie gut sie sich für eine garantiert lebenslange Rentenzahlung eignen, die das
Langlebigkeitsrisiko versichert.
Denn genau hier liegt eine der wichtigsten Fragen:
Soll das Produkt später wirklich eine lebenslange Rente absichern oder soll es vor allem gefördertes Kapital für den Ruhestand aufbauen?
Das Bundesfinanzministerium (BMF) formuliert dazu sinngemäß,
dass Altersvorsorgende mit einem Altersvorsorgedepot-Vertrag ohne Verrentungsoption die Möglichkeit erhalten sollen, ihr Altersvorsorgevermögen in eine Leibrente bei einem Versicherungsunternehmen umzuwandeln.
Das ist ein entscheidender Punkt. Denn ein Auszahlplan kann zwar flexibler sein und voraussichtlich höhere monatliche Auszahlungen ermöglichen, er sichert aber nicht automatisch das Risiko ab, alt zu werden.
Vor allem wer älter als 85 Jahre wird, benötigt deshalb weitere Einkommensquellen: Gesetzliche oder betriebliche Renten bzw.
berufsständige Versorgungswerke, zusätzliches Vermögen, Mieteinnahmen oder eine lebenslange Rentenlösung.
Das
Bundesfinanzministerium (BMF) unterscheidet für Standarddepot und Altersvorsorgedepot nämlich zwei Auszahlformen:
- Den
Auszahlplan, der mindestens bis zum 85. Lebensjahr laufen muss, aber eben nicht lebenslang. Entsprechend kann die monatliche Auszahlung höher ausfallen als bei einer lebenslangen Rente.
- Die
lebenslange Rente, die garantiert so lange gezahlt werden muss, wie man lebt. Hierbei muss das Guthaben ggf. aus dem Depot in eine Rentenlösung zu den dann gültigen Konditionen transferiert werden.
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ETF-Sparplan vs. Altersvorsorgedepot: Die Ansparphase im Vergleich
Ein Werkzeug, mit dem man seine hart verdienten Euros für später investieren möchte, sollte nicht
nur auf zwei, drei Produktmerkmale reduziert werden. „Mehr Rendite durch weniger Garantie“ kann für den ein oder anderen durchaus wichtig sein.
Denn
in der Ansparphase geht es nicht nur darum, ob mehr Geld in die gewählten ETF investiert werden kann, weil eben die Beitragsgarantie fehlt. Entscheidend ist genauso, welche
Fondsauswahl zur Verfügung steht, wie flexibel Beiträge angepasst werden können, welche
Kosten tatsächlich anfallen, wie
steuerliche Vorteile wirken und ob das gewählte Werkzeug langfristig zur eigenen
Rentenstrategie passt.
Das Anlagemanagement in der Ansparphase: Welchen Einfluss hast du auf deine Kapitalanlage und welche Mechanismen zur Renditemaximierung können eingesetzt werden?
Förderung & Steuern in der Ansparphase: Welche Faktoren wirken sich positiv auf deine Rendite aus und welcher eher negativ?
Kosten in der Ansparphase: Welche Kostenposition solltest du berücksichtigen?
Sicherheiten & Garantien in der Ansparphase: Wie sicher & geschützt ist dein Kapital?
ETF-Sparplan vs. Altersvorsorgedepot: Die grundlegenden Unterschiede
Ein wichtiger Unterschied zum ETF-Sparplan liegt in der laufenden Besteuerung. Beim ETF-Sparplan können Ausschüttungen, realisierte Gewinne und ggf. die Vorabpauschale steuerlich relevant werden und somit
die Effektivrendite verringern.
Beim zertifizierten Altersvorsorgevertrag werden Wertsteigerungen und Erträge in der Ansparphase dagegen nicht laufend besteuert. Die Besteuerung wird in die Auszahlphase verschoben (Steuerstundung).
Dafür wird später
nicht nur der Ertrag oberhalb des Freibetrags wie im normalen Depot besteuert, sondern die Leistung aus geförderten Beiträgen
nachgelagert nach § 22 Nr. 5 EStG mit dem persönlichen Steuersatz besteuert. Genau deshalb ist der Steuervergleich nicht trivial:
ETF-Depot und Standarddepot sowie Altersvorsorgedepot folgen unterschiedlichen Steuerregeln.
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ETF-Sparplan vs. Altersvorsorgedepot: Die Auszahlphase im Vergleich
Während die Ansparphase in Politik und Medien intensiv diskutiert wird, findet
die zweite Seite der Medaille
kaum Beachtung. Dabei ist es in der Auszahlphase genauso entscheidend, mit dem angehäuften Vermögen effizient umzugehen.
Der Anlagefokus mag sich von Renditemaximierung hin zu Kapitalerhalt verschoben haben, so dass neue Werkzeuge oder bestehende Werkzeuge in veränderter Funktion benötigt werden. Es gilt jedoch weiterhin:
Jeder Euro, der nun an dich zurückfließt, soll auch möglichst vollständig bei dir ankommen.
Das Anlagemanagement in der Auszahlphase: Welchen Einfluss hast du auf deine Kapitalanlage? Welche Mechanismen zur Kapitalerhaltung und für den Inflationsausgleich können eingesetzt werden?
Förderung & Steuern in der Auszahlphase:
Wie viel Prozent deiner Auszahlung kommt auch netto bei dir an?
Kosten in der Ansparphase: Welche Kostenposition solltest du berücksichtigen?
Sicherheiten & Garantien in der Auszahlphase: Wie sehr kannst du dich auf deine Anlage verlassen?
Für den Vergleich von Anspar- und Auszahlphase kristallisieren sich drei wesentliche Unterschiede heraus:
- Das
Management bei einem ETF-Sparplan bleibt vollständig beim Anleger. Wer in der Ansparphase vor allem auf volatile Aktien-ETFs gesetzt hat, muss in der Auszahlphase selbst entscheiden, ob und wann in weniger volatile Renten-ETFs, Geldmarktfonds oder andere Bausteine umgeschichtet wird. Auch die
laufende Überwachung, die
Entnahmeplanung und die
steuerliche Betrachtung von Ausschüttungen, Vorabpauschale und Verkäufen
bleiben in eigener Verantwortung.
- Das ETF-Depot bietet die
höchste Flexibilität. Der Anleger kann selbst entscheiden, wann, wie viel und in welchen Abständen Kapital entnommen wird. Beim Standarddepot und Altersvorsorgedepot ist die Auszahlphase dagegen an Regeln gebunden.
- Die Besteuerung unterscheidet sich grundlegend. Beim ETF-Depot werden nur die Erträge bei Zufluss, dafür aber laufend, besteuert. Beim Standarddepot und Altersvorsorgedepot werden die Leistungen aus geförderten Beiträgen nachgelagert nach § 22 Nr. 5 EStG mit dem persönlichen Steuersatz besteuert.
An diesem Punkt können wir bereits festhalten:
ETF-Sparplan, Standarddepot und Altersvorsorgedepot sind drei grundverschiedene Werkzeuge für den Vermögensaufbau. Es kann daher
kein Entweder-Oder
geben, sondern bestenfalls ein Zusammenspiel in der effizientesten Kombination.
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ETF-Sparplan vs. Altersvorsorgedepot: Warum dich dein Verhalten viel Rendite kosten kann
Die
Verhaltensökonomie beschäftigt sich genau mit dieser Frage. Denn
Anleger handeln nicht immer rational. Sie reagieren auf Nachrichten, Börsencrashs, politische Ereignisse, kurzfristige Verluste oder das Verhalten anderer Anleger.
Das kann dazu führen, dass eigentlich gute Strategien schlecht umgesetzt werden.
Ein bekanntes Beispiel dafür sind Untersuchungen von DALBAR. Die jährlich veröffentlichte Studie „Quantitative Analysis of Investor Behavior“ untersucht seit vielen Jahren,
wie sich das Verhalten von Anlegern auf deren tatsächliche Rendite auswirkt.
In der Ausgabe 2025 wird gezeigt, dass
der durchschnittliche Aktienfondsanleger im Jahr 2024 mit 16,54% Rendite deutlich hinter der Marktrendite des
S&P 500 mit 25,02% zurückblieb. Ein wesentlicher Grund waren Timing-Fehler und verpasste Eintrittschancen.
Die Vanguard Group kommt mit ihrem
Advisor`s Alpha Modell zu dem Schluss, dass
der wesentliche Wert eines Finanzberaters in der
Verhaltensbegleitung liegt. Gerade in schwierigen Marktphasen wird Ruhe, Struktur und Orientierung geboten. Panikverkäufe können verhindert werden. Wenn ein Thema medial aufgeheizt ist, wird es zuerst nüchtern eingeordnet, um nicht vergeblich einem Trend hinterherzulaufen.
Genau an dieser Stelle wird der Vergleich zwischen ETF-Sparplan, Standarddepot und Altersvorsorgedepot besonders spannend.
Ein ETF-Sparplan z.B. bei einem Neobroker kann günstig, flexibel und einfach sein. Aber diese Freiheit muss auch ausgehalten werden. Wer in schlechten Marktphasen panisch verkauft, wer ständig Trends hinterherläuft oder wer seine Strategie alle paar Monate verändert, kann trotz günstiger Produktkosten viel Rendite verlieren.
„Hin und Her macht Tasche leer!“
ETF-Sparplan vs. Altersvorsorgedepot: So solltest du vorgehen
Das Standarddepot soll genau diese Komplexität reduzieren. Es nimmt dem Anleger viele Entscheidungen ab. Das kann helfen, birgt aber auch die Gefahr, dass individuelle Ziele, Risikoprofile und Lebensphasen nur begrenzt berücksichtigt werden.
Das Altersvorsorgedepot kann hier eine Zwischenrolle einnehmen: mehr Wissenschaft, mehr Rendite und mehr professionelle Begleitung. Dafür eine wohl höhere Kostenbelastung.
Wir kennen alle an die
Gleichung „Umsatz - Kosten = Erlös“. Jeder, der nur auf die linke Seite der Gleichung, ausdrücklich auf die Kosten, achtet, leidet an der sogenannten
Linksseititis und verschenkt schnell mal 10% Rendite im Jahr, wie oben gesehen.
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1. Weg von Schnäppchenpreisen und Produktshopping
Günstige
Kosten sind wichtig. Aber sie sind
nicht das einzige Entscheidungskriterium.
Ein Produkt kann in der Ansparphase günstig sein und in der Auszahlphase unattraktiv werden. Ein anderes Produkt kann höhere laufende Kosten haben, dafür aber mehr Rendite erwirtschaften.
Deshalb sollte die Frage nicht lauten: Welches Produkt ist am billigsten?
Sondern: Welches Werkzeug erfüllt seine Aufgabe innerhalb meiner Rentenstrategie am effizientesten?
2. Strategische Funktion statt Insellösung
Ein ETF-Sparplan, ein Standarddepot und ein Altersvorsorgedepot sind keine identischen Werkzeuge.
Der ETF-Sparplan ist flexibel und transparent. Das Standarddepot ist standardisiert und förderfähig. Das Altersvorsorgedepot kann Vorteile von ETF-Sparplan und Standarddepot kombinieren, bleibt aber ein zweckgebundener Altersvorsorgevertrag.
Deshalb sollte zuerst die Funktion geklärt werden:
- Soll flexibel Vermögen aufgebaut werden?
- Soll staatliche Förderung genutzt werden?
- Ist später ein Auszahlplan gewünscht?
- Soll das Langlebigkeitsrisiko abgesichert werden?
- Soll Vermögen vererbbar bleiben?
- Soll Wohn-Riester möglich sein?
- Soll das Produkt möglichst wenig Aufmerksamkeit benötigen?
- oll ein Berater die Strategie begleiten?
Erst danach sollte über das letztendliche Produkt entschieden werden.
3. Du bist nicht so gut, wie du denkst
Viele Anleger überschätzen ihre eigene Disziplin.
In guten Marktphasen fühlt sich Kapitalanlage einfach an. Man kauft ETFs, sieht steigende Kurse und meint sich auf einem guten Weg.
Schwierig wird es erst, wenn das Depot 15, 25 oder 40% im Minus steht. Oder wenn Medien täglich von Rezession, Krieg, Inflation, Bankenkrise oder Börsencrash berichten. Genau dann zeigt sich, ob eine Strategie wirklich tragfähig ist.
Ein gutes Produkt allein schützt nicht
vor schlechten Entscheidungen.
Deshalb ist Verhaltensbegleitung ein messbarer Renditefaktor bei der Kapitalanlage.
4. Rendite hat ihren Preis
Eine höhere Renditechance entsteht nicht dadurch, dass ein Produkt moderner klingt oder besonders günstig ist. Sie entsteht dadurch, dass mehr Risiko getragen wird.
„Die Zeiten, in denen (das Sparbuch) uns 4% garantiert und unser Guthaben gleichzeitig nicht weniger werden kann, sind vorbei!“
Wenn beim Altersvorsorgedepot oder Standarddepot auf eine Beitragsgarantie verzichtet wird,
kann ein größerer Anteil in ETF investiert werden. Das erhöht die Renditechancen. Gleichzeitig steigen aber auch Schwankungsrisiken.
Rendite und Risiko müssen zu dir, zur Laufzeit, zu deinem Anlageziel und zu deiner Rentenstrategie passen.
5. Deine Zeit hat ihren Preis
Ein ETF-Sparplan wirkt auf den ersten Blick einfach. Und technisch ist er das auch.
Aber eine Altersvorsorgestrategie besteht nicht nur aus dem Kauf eines ETFs. Sie besteht vielmehr aus einer Reihe an Faktoren und Variablen.
Wer das alles selbst machen möchte, braucht Zeit, Wissen und Disziplin.
Wer diese Aufgaben delegieren oder begleiten lassen möchte, muss Kosten akzeptieren.
Entscheidend ist doch nicht, dass das Produkt möglichst günstig ist (Kosten), sondern ob es mehr Rendite (Erlös) bringt, als ein anderes Anlagewerkzeug und dass nach Kosten (Gewinn).
Erlös - Kosten = Gewinn:
Nicht die linke Seite der Gleichung ist entscheidend, sondern die Rechte!
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ETF-Sparplan vs. Altersvorsorgedepot: Das Fazit
Ein ETF-Sparplan ist ein einfaches, schnelles und günstiges Werkzeug, um mittel- bis langfristig Vermögen aufzubauen. Für die günstige Kostenstruktur und die hohe Flexibilität in der Anspar- und Auszahlphase
verzichtet man auf Beitragsgarantien, jegliche Förderung und in der Regel auch auf professionelle Beratung und Betreuung.
Es gilt: Do it yourself!
Aber: Du bist, zumindest noch, kein Profi!
Gleichzeitig nimmt man durch die
laufende Besteuerung der Erträge in Kauf, dass der Zinseszinseffekt sich weniger stark auf das Vermögen auswirken kann als bei einer Steuerstundung.
Wichtiger Steuer-Unterschied für deine Bewertung:
- Bei einem ETF-Sparplan werden die Erträge
laufend besteuert.
- Bei Standarddepot und Altersvorsorgedepot wird bei Auszahlung der geförderte Gesamtbetrag
nachgelagert besteuert.
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ETF-Sparplan vs. Altersvorsorgedepot: Beachte die Krankenversicherungspflicht!
Zudem sollten
freiwillig gesetzlich Krankenversicherte
ihre mögliche Beitragspflicht zur Kranken- und Pflegeversicherung bei Auszahlung bzw. Verrentung prüfen.
Das Standarddepot soll die Komplexität bei Abschluss sowie den laufenden Aufwand für den Endverbraucher möglichst gering halten. Es wird sich auf eine standardisierte Fondsauswahl und Gewichtung beschränken. Eine Umschichtung in ein weniger risikoreiches Portfolio zu Beginn des Auszahlplans ist wohl inbegriffen.
Mehr Flexibilität, Einfluss und Service dürften nur mit höheren Kosten als einem Prozent darstellbar sein (Altersvorsorgedepot).
Dafür bekommt man aber im Gegensatz zum ETF-Sparplan Zulagen, Steuerstundung und nachgelagerte Besteuerung.
Das Altersvorsorgedepot wird meiner Einschätzung nach die zu beobachtende Variante werden.
Denn es bietet viele Vorteile eines ETF-Sparplans und gleichzeitig können Förderung und Steuervorteile genutzt werden.
Trotzdem bleibt abzuwarten, in welchen Ausprägungen und zu welchen Kosten sich die Angebote einpendeln werden.
Die Riester-Reform kann spannend werden. Aber sie ist kein Grund für vorschnelle Entscheidungen.
Wenn du wissen möchtest, ob dein bestehender Riester-Vertrag noch sinnvoll ist oder ob ein neues Altersvorsorgedepot künftig zu deiner Rentenstrategie passt, prüfen wir zuerst die vorhandenen Verträge, die Kosten, die Förderung, die Besteuerung und natürlich die spätere Auszahlphase.
Hier geht’s zum kostenlosen Infogespräch.
Bis dahin, bleibe kritisch!
Dein Alex Kukovic
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